Was nun?

So, den langbegehrten Schein hat man jetzt in der Tasche.
In den ersten Wochen heißt das für die meisten Fluganfänger: Fliegen, Fliegen, Fliegen… Meistens in der Form der häufig gescholtenen, aber völlig gerechtfertigten Kaffeeflüge. Irgendwann aber genügt das nicht mehr und man strebt zu Höherem.

Hierbei ist es empfehlenswert, sich mit anderen Fliegerkameraden zusammenzuschließen, um dann auch längere Ausflüge zu unternehmen. Wenn man zu zweit oder dritt als Fluganfänger in den Maschinen sitzt, um beispielsweise mal für ein paar Tage nach Cannes an der Côte d’Azur zu fliegen, kann man von jedem Sitzplatz aus etwas lernen. Die einzelnen Aufgaben des Piloten lassen sich bequem aufteilen: Der eine funkt, der andere navigiert, und der Dritte -hält schön den Flieger gerade ;-)

Man lernt aber auch die Scheu abzulegen vor so angsteinflößenden Dingen wie Flugplan aufgeben, oder den Funk im Ausland auf Englisch auszuführen. In kurzer Zeit begreift man, dass diese Dinge gar nicht so kompliziert und verwirrend sind, wie sie während der Ausbildung oft erscheinen.

Für alle fängt das Lernen nach Scheinerhalt erst richtig an, für einige geht es aber noch weiter. Da gibt es die Flugberechtigung, um nur nach Instrumenten zu fliegen. Hier lernt man, auch im Nebel oder in Wolken sicher zu fliegen. Wenn man schon mal dabei ist, strebt man die Klassenberechtigung für das Fliegen zweimotoriger Maschinen an. Es folgt die Berufspilotenausbildung (Commercial Pliot Licence, CPL), die zu Flügen gegen Bezahlung berechtigt und man darf mit ihr schon als Copilot in größeren Maschinen mitfliegen. Abrunden kann man all das jetzt noch mit der Verkehrspilotenlizenz (Airline Transport Pilot Licence, kurz: ATPL), die zu Flügen als verantwortlicher Pilot in z.B. großen Verkehrsmaschinen berechtigt.

Man sagt, Fliegen sei Charaktersache. Und man sagt: Es gibt alte Piloten und es gibt kühne Piloten, aber es gibt keine alten kühnen Piloten.